Der Gleichklang-Blog

September 18, 2010

Unangenehme Fragen bei einer Dating-Plattform

Heute erreichte uns eine Mail, die uns Anlass gibt, sie einmal in einem Artikel zu kommentieren:

Die E-Mail-Schreiberin teilte uns mit, dass wir weder alternativ noch spirituell seien, sondern sie die Fragen, die gestellt würden, als oberflächlich und sexistisch betrachte. Sie sei über die Fragen schockiert…

Natürlich haben wir den Account wunschgemäß beendet und unser Bedauern über diese negative Wahrnehmung unserer Seite ausgedrückt.

Wir können die Verfasserin verstehen!

Sie kam offensichtlich zu Gleichklang, weil sie nach einer Partnerschaft mit einem spirituellen Menschen suchte.  Nun stieß sie aber auf Fragen nach dem Äußeren, wie Akzeptanz von erhöhtem Körpergewicht oder Erkrankungen, und auch auf Fragen zur Akzeptanz für  unterschiedliche sexuelle Orientierungen und Besonderheiten, wie Homosexualität, Bisexualität, Asexualität, Pansexualität, BDSM. Schließlich wurde sie auch noch gefragt, ob Sie sich eine Beziehungen zu Dritt oder zu Viert vorstellen könnte…

Den Schock können wir verstehen, die Schlussfolgerung halten wir aber für falsch. Denn manche Fragen mögen unangenehm scheinen, aber desto hilfreicher sind sie:

Bei Gleichklang finden sich Menschen mit unterschiedlichen Bedürfnissen, Wünschen, Präferenzen und Hoffnungen. Es gibt bei uns ebenso Menschen, die gänzlich unabhängig vom Äußeren und Sexualität nach dem Seelenpartner oder der Seelenpartnerin suchen, wie es bei uns Menschen gibt, für die das Äußere und auch die sexuelle Orientierung von großer Bedeutung ist. Es gibt Menschen (die große  Mehrheit!), die nach einer Zweier-Beziehung suchen, es gibt aber auch Menschen, die ein Leben zu Dritt oder zu Viert anstreben.

Wir erachten alle diese Wünsche unserer Mitglieder als legitim und berücksichtigen sie daher bei der Vermittlung.

In Wirklichkeit gibt es niemanden, für den oder die eine Fragen nicht passend wäre, weil auch eine Verneinung oder ein “egal” eine wichtige Information gibt.  Wir fragen unsere Mitglieder, was sie mögen, aber eben auch, was sie nicht mögen. Beides ist wichtig. So ist es beispielsweise für Menschen, die keine Neigung zu BDSM haben, hilfreich, danach zu fragen, damit sie keine entsprechenden Vorschläge erhalten. Wer keine Beziehung zu Dritt oder Viert führen möchte,  für den oder die ist es ebenfalls nützlich, dass wir dies erheben, denn so können wir unpassende Vorschläge ausschließen. Abgelehnte oder für unwichtig erklärte Fragen sind genau so wichtig wie bejahte Fragen, weil nur über die Gesamtheit der Ablehnungen, Bejahungen und subjektiven Unwichtigkeiten  ein passender Mensch gefunden werden kann.

So finden wir es am Ende sehr bedauerlich, dass die Verfasserin über die Fragen so schockiert war, dass sie den Weg zu Gleichklang nicht gefunden hat. Denn wäre sie doch diesen Weg gegangen, hätte sie festgestellt, dass genau solche Fragen, die sie verneint hätte, sie dafür geschützt hätten, einen unpassenden Vorschlag zu erhalten.  Und gemäß der vielen anderen Fragen, die sie sicherlich bejaht hätte, wäre ein passender Mensch gefunden worden.

Der Ansatz von Gleichklang ist es, verschiedenartigen Bedürfnissen gerecht zu werden, weshalb auch verschiedenartige Fragen gestellt werden. So werden wir es wohl in Kauf nehmen müssen, dass dem oder der einen oder anderen immer mal wieder eine Frage nicht gefallen wird, auch wenn wir den Schock bedauern.

Vielleicht liest die Verfasserin des kritischen E-Mail ja diesen Blog-Eintrag, kommt doch noch zu uns und sendet uns eines Tages ein Hochzeitfoto…

2 Kommentare »

  1. … vielleicht kann die Schreiberin aber auch einfach nur ihre Intoleranz nicht zugeben??
    Euer Engagement in allen Ehren! Aber habt ihr das so bitter nötig?
    Genau wie in unsrer aktuellen Regierung und in Kirchenkreisen gibt es eben auch im Fußvolk intolerante Betonköpfe!!

    Kommentar von Michael Daiber — September 18, 2010 @ 2:05 pm

    • Die Verfasserin hat mittlerweile eine sehr freundliche E-Mail geschrieben, in der sie meinte, sie habe uns nicht schlecht machen wollen, es komme aber derzeit für sie selbst nicht in Frage. Insofern ist sie wohl doch eher nicht einer der zweifelsohne vorhandenen Betonköpfe, sondern es war eine Irritation, wobei sie nun festgestellt hat, dass ihre urspürngliche Reaktion so nicht ganz korrekt war.

      Kommentar von gleichklang1 — September 19, 2010 @ 8:21 am


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