Amnesty International hat als Gefangenhilfsorganisation mit dazu beigetragen, dass unzählige politisch Verfolgte in Freiheit kamen.
Als Menschenrechtsorganisation tritt Amnesty International für die Universalität der Menschenrechte ein. Gegen politische Verfolgung, gegen Folter, gegen extralegale Tötungen und Hinrichtungen.
Nicht so in Thailand?
Amnesty International lässt in Thailand politische Gefange im Stich. Ein besonders krasser Fall ist der Fall von Darunee Charnchoengsilpakul.
Darunee Charnchoengsilpakul wurde im Juli 2008 inhaftiert und im August 2009 verurteilt, weil sie in einer Rede, in der sie nicht einmal das Königshaus erwähnte, angeblich durch Verwendung der Farben gelb und blau das Königshaus beleidigt habe.
Darunee Charnchoengsilpakul wurde zu einer Haftstrafe von 18 Jahren verurteilt. Seither wird sie als Gewissensgefangene ohne jede Hilfe und Unterstützung durch Amnesty International und gesundheitlich stark angeschlagen im Gefängnis gehalten!
Amnesty international hat ausschließlich die Sachlage kritisiert, dass der Prozess gegen Darunee Charnchoengsilpakul im Geheimen stattfand. Amnesty nennt auch in Berichten gelegentlich Darunee, wenn es um die Meinungsfreheit in Thailand geht.
Amnesty International weigert sich aber, öffentlich die Freilassung von Darunee Charnchoengsilpakul zu fordern und sich in einer Urgent Action dafür einzusetzen. Amnesty behauptet seit Jahren, sie seien im Stillen tätig. Tatsächlich ist aber gerade Thailand als westlicher Verbündeter und Tourismus Land besonders sensitiv gegenüber der internationalen Meinung und würde auf eine öffentliche Kampagne mit hoher Wahrscheinlichkeit positiv reagieren. Auch wurde Darunee weder im Gefängnis durch AI besucht noch kümmerte sich AI um ihren angeschlagenen Gesundheitszustand. In Wirklichkeit will es sich AI ganz offensichtlich nicht mit der thailändischen Regierung verscherzen (AI nutzt Thailand als Ausgangspunkt seiner Aktivitäten in anderen Ländern), weshalb plötzlich in diesem absolut extremen Fall von Menschenrechtsverletzungen öffentlicher Druck nicht sinnvoll sein soll. Dabei ist Darunee seit 2008 in Haft!
Dies ist thailandspezifisch. Denn für Gefangene anderer Ländern führt AI bei Haftstrafen, die weitaus unter 18 Jahren liegen, mit Erfolg regelmäßig bei vergleichbaren Vorwürfen Urgent Actions durch. Eine 18 jährige Haftstrafe für eine freie Meinungsäußérung ist aber auch international ein absoluter Extremfall.
Dass Amnesty International eine Frau im Stich lässt, die zu 18 Jahren Haft und damit zur Zerstörung ihres gesamten Lebens verurteilt wurde, ist ein Abschied Amnesty Internationals von der Universalität der Menschenrechte.
Darunee Charnchoengsilpakul braucht als gewaltfreie Gewissensgefangene die Unterstützung von uns allen und auch von Amnesty International. Es ist nicht richtig, sie im Gefängnis zugrunde gehen zu lassen.
JETZT Darunee Charnchoengsilpakul unterstützen:
Die Zeit drängt. Denn es steht die Berufungsverhandlung bevor. Die thailändischen Regierung und das thailändische Gerichtssystem werden von der Elite der Wohlhabenden beherrscht, aber sie sind sensitiv gegenüber internationalem Druck. Denn Thailand ist auf den Tourismus angewiesen. Gerade jetzt könnte internationale Aufmerksamkeit die Freiheit und das Leben von Darunee Charnchoengsilpakul retten!
BITTE SCHREIBT NOCH HEUTE AN AI:
Bitte fordert Amnesty International per E-Mail, Brief oder Fax auf, sich mithilfe einer URGENT ACTION für die Freiheit von Darunee Charnchoengsilpakul einzusetzen.
Bitte weist auch auf die Sachlage hin, dass eine Haftstrafe von 18 Jahren für eine Meinungsäußerung auch im internationalen Kontext so haarsträubend und unverhältnismäßig und gleichzeitig so lebenszerstörend ist, dass es nicht nachvollziehbar ist, wenn AI hier andere Prioritäten setzt.
Adresse von Amnesty International Deutschland:
Adresse Amnesty International, Sekretariat der deutschen Sektion, E-Mail: info@amnesty.de
Büro Bonn, Heerstr. 178, 53111 Bonn, Telefax +49 (0)228 / 63 00 36
Internationale Adresse von Amnesty International:
Internationales Sekretariat von Amnesty International, E-Mail: Bitte dieses Formular benutzen!, 1 Easton Street, London, WC1X 0DW, UK, Telephone: +44-20-74135500, Fax number: +44-20-79561157
MUSTER FÜR ENGLISCHEN BRIEF (natürlich nur als Vorschlag):
Dear Sir or Madam,
I am writing to you to suggest an urgent action of Amnesty International with regard to the case of Darunee Chanchoengsilapakul. As you will be aware Darunee Chanchoengsilapakul was convicted and sentenced in Thailand to 18 years in prison on three counts of lese majesty. Since July 2008 she has lost her freedom and is hold as a Prisoner of conscience. Even in the international context a prison term of 18 years for the expression of a political position is extreme. Outside Thailand, Amnesty International has in the past responded with Urgent Actions to other cases with much less prison time. I implore you to do all within your power to save Darunee Chanchoengsilapakul. Specifically I implore you to use the instrument of an Urgend Action to support her case.Please let me also know what I can do to saveguard the freedom of Darunee Chanchoengsilapakul. Please do not let Darunee Chanchoengsilapakul down! Thank you so much for your assistance. Yours sincerely, NAME.
Hintergrund:
Amnesty international in Thailand ist aus strategischen und persönlichen Gründen mit der Gelbhemdenbewegung der thailändischen Oberschicht und der sie im wesentlichen repräsentierenden thailändischen Regierung verbunden. Der Vorsitzende von Amnesty International Thailand Somchai Homla setzte sich noch vor dem Militärputsch 2006 entschieden für die Gelbhemden ein, die (um den Machterhalt der thailändischen Oberschicht zu sichern) mit illegalen Methoden den Sturz der gewählten Regierung Thailands und die Abschaffung des universalen Prinzipes Ein- Mensch = Eine Stimme forderten. Demgegenüber schwieg Somchai Homla konsequent vor und während des Massakers vom April und Mai 2010, bei dem mehr als 90 Menschen starben und ca. 2000 verletzt wurden. Amnesty International nutzt in Thailand zahlreiche Privelegien und koordiniert von Thailand aus seine Aktivitäten bezüglich Myanmar.Um seine Privilegien nicht zu gefährden, hat Amnesty International offensichtlich (im Gegensatz zu anderen Menschenrechtsorganisationen, wie der Asian Human Rights Commission) die Entscheidung getroffen, selbst extreme Fälle von Menschenrechtsverletzungen, wie den Fall von Darunee Charnchoengsilpakul, auf (seit Jahren wirkungsloser) Low-Level-Ebene zu halten, um das gute Verhältnis zur thailändischen Regierung und die damit verbundenen Erleichterungen für die Arbeit von Amnesty International in anderen benachbarten Ländern nicht zu gefährden. Hinzu kommt, dass die spezifisch bei Amnesty International für Thailand zuständigen Personen politische Auffassungen vertreten, die den Gelbhemden und der Regierung sehr nahe stehen und mit diesen persönlichen politischen Auffassungen die Arbeit von Amnesty International bezüglich Thailand maßgeblich prägen, dabei auch bereit sind, für ihre politischen Auffassungen (Unterstützung des Abhisit-Regimes) menschenrechtsbezogene Bedenken zurück zu stellen.
Über die (leider düstere) Rolle von Amnesty International in Thailand informieren folgende Seiten:
Thailand: The betrayal of human rights mandarins
Forget human rights in Thailand Amnesty wants “ballance”
What is the point of Amnesty International in Thailand
Amnesty International tut sich schwer, in Thailand die Menschenrechte zu verteiligen
Hinweis:
Ausdrücklich positiv ist anzumerken, dass Amnesty International sich in letzter Zeit (im Unterschied zur Vergangenheit) verstärkt bereit gezeigt hat, einige Exzesse politischer Verfolgung und Unterdrückung der Meinungsfreiheit in Thailand zu kritisieren, auch wenn die Kritik bei Weitem das Ausmaß der tatsächlichen Verstöße übersieht. Immerhin hat AI zum erstenmal eine Urgent Action zur Verteidigung der Meinungsfreiheit in Thailand bezüglich der Webmasterin CHIRANUCH PREMCHAIPORN durchgeführt (siehe diesbezügliche AI Erklärung). Auch hat AI sich nach jahrelanger Verweigerung und sogar Rechtfertigung erstmals bereit erklärt, die Majestsbeleidigungsgesetzen zu kritisieren, denen auch Darunee Charnchoengsilpakul zum Opfer gefallen ist (siehe AI-Erklärung). Dabei wird der Fall sogar erwähnt, es fehlt aber jede Forderung nach einer Freilassung von Darunee Charnchoengsilpakul und vor allem fehlt seither eine jede Kampagne von AI für die Freilassung von Darunee Charnchoengsilpakul. Die Veränderung der Politik von AI mag ein erster Schritt einer Rückbesinnung auf die Notwendigkeit der Verteidigung der Menschenrechte in Thailand sein wie auch Ausdruck einer beginnenden Distanzierung von der vorherigen Kumpanei von AI mit den anhaltenden Menschenrechtsverletzungen des Abhisit-Regimes. Wenn dem so ist, hat hierzu auch die berechtigte Empörung zahlreicher Menschen, unter ihnen Mitglieder von AI, beigetragen, die es nicht hinnehmen wollten und wollen, dass eine Organisation wie AI ihre Wurzeln verrät und aufgrund strategischer Vorteile und persönlicher Befindlichkeiten die Augen zumacht, wenn eine bestimmte Regierung Menschrechtsverletzungen begeht. Ob darüber hinausgehend AI allgemein die Bereitschaft entwickeln wird, auch in Thailand die Menschenrechte zu verteidigen, bleibt abzuwarten. Entscheidender Indikator wird hierfür insbesondere auch sein, ob AI endlich den derzeit krassesten Verstoß gegen das Recht auf freie Meinungsäußerung in Thailand, die Verurteilung von Darunee Charnchoengsilpakul zu 18 Jahren Haft, als das bewertet, was er ist: Ein schwerer Verstoß gegen die Menschenrechte. Wenn AI beginnen sollte, alles in ihrer Macht stehende zu tun, um die Freiheit, die Gesundheit und das Leben dieser wahren “Prisoner of Conscience” zu retten, würde ein entscheidender Schritt durch AI getan, das ramponierte Image von AI in Thailand als Vasall einer menschenrechtsverletzenden Regierung wieder verlieren zu können. Umgekehrt, wird es ohne einen Einsatz für Darunee Charnchoengsilpakul für AI berechtigterweise nicht möglich sein, seine Glaubwürdigkeit zurück zu gewinnen.
Seit 2008 ist AI die Verrfolgung von Darunee Charnchoengsilpakul vollauf bekannt und AI hat seither nichts unternommen, abgesehen von einer überaus milden Kritik an dem Ausschluss der Öffentlichkeit vom Verfahren).
Viele Menschen haben bei AI vorgesprochen und um eine Unterstützung für Darunee Charnchoengsilpakul gebeten, wurden aber zurück gewiesen. Es ist an der Zeit, dass AI diesen schweren Fehler gut macht – übrigens auch aus Respekt vor den mehr als 90 Getöteten und 2000 Verletzten des April und Mai 2010, deren Rechte auf körperliche Integrität und auf Leben durch AI nicht verteidigt wurden.
Weitere Internetseiten über Politik und politische Verfolgung in Thailand:




